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Rollgerüste & Fahrgerüste mit Sicherheitsaufbau

Auf den ersten Blick sehen viele Rollgerüste ähnlich aus. Im täglichen Einsatz zeigen sich jedoch oft die entscheidenden Unterschiede. Plattformlängen, Geländersysteme, Aufbaukonzept, Flexibilität oder die benötigte Stellfläche können sich je nach Hersteller deutlich unterscheiden und genau diese Details entscheiden häufig darüber, welches Rollgerüst zum Projekt passt. Genau deshalb gibt es nicht das eine richtige Rollgerüst, sondern die passende Lösung für Ihr Projekt.

In dieser Kategorie finden Sie Rollgerüste und Fahrgerüste der Hersteller Layher, Albert Gerüste, Altrex und unsere Eigenmarke PANTHER XV Power jeweils mit unterschiedlichen Sicherheitsaufbau-Systemen. Gemeinsam haben sie das Ziel, den Aufbau sicherer und praxisgerechter zu gestalten. Die technische Umsetzung unterscheidet sich jedoch je nach Gerüstsystem.

Wir helfen Ihnen dabei, genau diese Unterschiede zu verstehen und das Rollgerüst auszuwählen, das zu Ihrem Einsatzbereich passt.

Rollgerüste – Sicherheitsaufbau


Was bedeutet Sicherheitsaufbau bei einem Rollgerüst?

Der Begriff Sicherheitsaufbau beschreibt nicht ein bestimmtes Geländer oder ein einzelnes Bauteil, sondern das grundlegende Schutzprinzip beim Aufbau eines Rollgerüsts. Ziel ist es, dass der Seitenschutz der nächsthöheren Gerüstebene bereits montiert wird, bevor diese Ebene betreten wird. Dadurch wird das Risiko eines Absturzes während des Aufbaus reduziert.

Wie dieses Schutzprinzip umgesetzt wird, unterscheidet sich je nach Hersteller und Gerüstsystem. Die technischen Lösungen tragen unterschiedliche Bezeichnungen und folgen jeweils dem Aufbaukonzept des Herstellers. Dazu gehören beispielsweise Telegeländer von Layher, das Safe-Quick® GuardRail von Altrex, das GuardLine Geländer des Panther XV® POWER oder Montagesicherungsgeländer von Albert Gerüste. Obwohl sich Aufbau, Bauteile und Montageabläufe unterscheiden können, verfolgen alle Systeme dasselbe Ziel: den Aufbau des Rollgerüsts möglichst sicher und entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Systems durchzuführen.

Für die Auswahl eines Rollgerüsts ist deshalb nicht nur entscheidend, ob ein Sicherheitsaufbau vorhanden ist, sondern auch wie dieser umgesetzt wird. Unterschiede bei Geländersystemen, Plattformen, Aufbauabläufen und der Handhabung können je nach Einsatzbereich, Transportaufwand und gewünschter Flexibilität eine wichtige Rolle spielen. Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Systemlösungen nicht nur nach Hersteller, sondern vor allem nach den Anforderungen des jeweiligen Projekts zu vergleichen.

Welche Gefährdungen entstehen während des Aufbaus?

Das Absturzrisiko entsteht nicht ausschließlich durch eine große Höhe. Entscheidend ist die Kombination aus einer offenen Kante, der Körperbewegung der aufbauenden Person und der Handhabung teilweise sperriger Bauteile.

Typische Gefährdungssituationen sind:

Betreten einer ungeschützten Plattform

Wird ein Gerüstboden betreten, bevor der vorgesehene Seitenschutz montiert ist, befindet sich die Person möglicherweise unmittelbar an einer offenen Gerüstseite. Bereits ein Fehltritt oder eine unkontrollierte Bewegung kann dann schwerwiegende Folgen haben.

Anheben und Einsetzen von Bauteilen

Standleitern, Geländer und Plattformen müssen angehoben, gedreht oder aufgesteckt werden. Die aufbauende Person kann sich dabei nicht jederzeit mit einer Hand festhalten. Zusätzlich können Gewicht, Abmessungen und Hebelwirkung eines Bauteils das Gleichgewicht beeinflussen.

Hochziehen von Gerüstböden und Geländern

Beim Hochziehen oder Übernehmen von Bauteilen verändert sich die Körperhaltung. Die Person greift nach oben, dreht den Oberkörper oder beugt sich seitlich. Ohne bereits vorhandenen Seitenschutz kann eine solche Bewegung das Absturzrisiko erhöhen.

Aufstecken des nächsten Gerüstrahmens

Je nach System wird der nächste Rahmen angehoben, herangeschwenkt oder auf bereits vorhandene Rahmenrohre aufgesetzt. Dieser Arbeitsschritt kann beide Hände beanspruchen und muss deshalb aus einer möglichst geschützten Position erfolgen.

Abbau in umgekehrter Reihenfolge

Beim Abbau besteht das gleiche Problem in umgekehrter Richtung. Wird der Seitenschutz entfernt, obwohl die zugehörige Plattform noch betreten werden muss, entsteht erneut eine offene Absturzkante. Ein durchdachtes Sicherheitssystem muss deshalb sowohl beim Aufbau als auch beim Abbau funktionieren.

Weglassen vermeintlich entbehrlicher Bauteile

Fahrbare Arbeitsbühnen also Rollgerüste sind Bausatzsysteme. Die enthaltenen Bauteile müssen entsprechend der jeweiligen Aufbau- und Verwendungsanleitung eingesetzt werden, damit die vorgesehene Konfiguration entsteht. Einzelne Geländer, Diagonalen, Plattformen oder andere Systemteile dürfen nicht nach persönlichem Ermessen weggelassen oder durch systemfremde Teile ersetzt werden.

Auch die aktuelle BG-BAU-Systematik bevorzugt technische Schutzmaßnahmen, die den Seitenschutz konstruktiv in den Montageablauf einbeziehen. Ein systemintegrierter vorlaufender Seitenschutz verbleibt nach der Montage als Bestandteil des Gerüsts und dient damit nicht nur als temporäre Aufbauhilfe.

Fachberatung beginnt deshalb nicht erst bei der Arbeitshöhe

Bei der Auswahl eines Rollgerüsts reicht es nicht, ausschließlich nach der gewünschten Arbeitshöhe zu fragen.

Ebenso wichtig sind:

  • Wie wird das Gerüst aufgebaut?
  • Wie viele Personen stehen für den Aufbau zur Verfügung?
  • Wie häufig wird es auf- und abgebaut?
  • Welche Plattformen sind im Lieferumfang enthalten?
  • Welche Aufbauhilfen sieht das System vor?
  • Welche Bauteile verbleiben später im Gerüst?
  • Müssen temporäre Montagebauteile nachträglich ersetzt werden?
  • Wie werden die Bauteile auf die nächste Ebene gebracht?
  • Ist die Montagefolge konstruktiv vorgegeben?
  • Welche zusätzlichen Plattformen können den Aufbau erleichtern?

Diese Fragen sind ein wesentlicher Teil der Beratung von Profi Steigsysteme. Das Unternehmen soll nicht als allgemeiner Preis-Shop, sondern als spezialisierter Online-Fachhandel mit Beratungsanspruch und sicherheitsbewusster Kommunikation erkennbar sein.

Sicherheitsaufbau bedeutet nicht automatisch risikofreier Aufbau

Ein Sicherheitsaufbau kann das Risiko eines Absturzes während der Montage deutlich reduzieren. Er macht den Aufbau aber nicht unabhängig von den übrigen Sicherheitsanforderungen.

Weiterhin zu beachten sind insbesondere:

  • die aktuelle Aufbau- und Verwendungsanleitung,
  • die vollständige und unbeschädigte Systemausstattung,
  • ein geeigneter und tragfähiger Untergrund,
  • die vorgeschriebene Reihenfolge der Montageschritte,
  • die erforderlichen Ausleger, Fahrbalken oder Ballastierungen,
  • die Bedingungen am Einsatzort,
  • mögliche Gefährdungen durch Wind, Öffnungen oder Hindernisse,
  • die Prüfung des aufgebauten Gerüsts vor der Verwendung.

Ein Sicherheitsgeländer kann einen falschen Untergrund, fehlende Stabilisierungsbauteile oder eine nicht freigegebene Aufbauvariante nicht ausgleichen.

Vom Basisaufbau zum modernen Sicherheitsaufbau

Als Profi Steigsysteme im Jahr 2010 gegründet wurde, war die Produktdarstellung vieler Rollgerüste aus der damaligen praktischen Verkaufserfahrung häufig deutlich stärker auf eine grundlegende Basiskonfiguration ausgerichtet.

Im Vordergrund stand zunächst das Gerüst in der technisch vorgesehenen Grundausstattung. Zusätzliche Gerüstböden, Geländer oder komfortablere Aufbauhilfen wurden teilweise als ergänzende Ausstattung betrachtet und vom Kunden nach Bedarf hinzugewählt.

Bei Profi Steigsysteme wird eine solche grundlegende Ausgangskonfiguration heute als Rollgerüst Basis bezeichnet.

Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung:

  • Die Rollgerüst Basis bezeichnet eine grundlegende Ausgangskonfiguration eines Gerüstsystems, also den Mindestaufbau.
  • Der Sicherheitsaufbau bezeichnet das Schutzprinzip und die Reihenfolge, in der Seitenschutz, Plattformen und weitere Bauteile montiert werden.
  • Eine Basiskonfiguration ist nicht automatisch die für jeden Anwender komfortabelste oder sinnvollste Zusammenstellung.
  • Welche Bauteile zwingend erforderlich sind, ergibt sich immer aus der konkreten Aufbau- und Verwendungsanleitung

Diese historische Einordnung ist eine Erfahrungsbeschreibung von Profi Steigsysteme und keine pauschale Aussage, dass sämtliche Gerüsthersteller oder Händler im Jahr 2010 identische Konfigurationen angeboten hätten.

Warum sich die Bewertung aus der Praxis verändert hat

Der eigene Aufbau eines Rollgerüsts hat sehr deutlich gezeigt, dass eine ausschließlich am geringsten möglichen Lieferumfang orientierte Auswahl am falschen Punkt sparen kann.

Ein zusätzlicher Gerüstboden kann je nach System den Aufbau erheblich erleichtern. Das gilt insbesondere bei Systemen, bei denen in der untersten vorgesehenen Aufbauposition nicht automatisch eine Plattform vorhanden ist.

Befindet sich bereits auf einer niedrigen Sprosse ein geeigneter Gerüstboden, kann die aufbauende Person stabiler und höher stehen. Der nächste Boden lässt sich dadurch leichter anheben und einhängen. Ein weiteres Bauteil kann auf der bereits vorhandenen Ebene vorbereitet oder kontrollierter nach oben übernommen werden.

Der praktische Nutzen kann aus mehreren Punkten bestehen:

  • kürzere Reichwege beim Einhängen der nächsten Plattform,
  • günstigere Körperhaltung,
  • kontrollierteres Anheben der Bauteile,
  • weniger improvisierte Zwischenpositionen,
  • übersichtlichere Reihenfolge der Montageschritte,
  • geringere körperliche Belastung.

Ein zusätzlicher Boden darf allerdings nicht pauschal an jeder beliebigen Sprosse eingesetzt werden. Zulässig ist nur die Position und Aufbauvariante, die für das jeweilige Gerüstsystem vorgesehen ist.

Welche Arten des Sicherheitsaufbaus gibt es bei Rollgerüsten?

Beim Sicherheitsaufbau eines Rollgerüsts geht es immer um dasselbe grundlegende Ziel:

Der Seitenschutz der nächsthöheren Plattform wird montiert, bevor die aufbauende Person diese Plattform betritt.

Die Hersteller setzen dieses Schutzprinzip jedoch auf unterschiedliche Weise um. Die Unterschiede liegen nicht nur im Namen des Geländers. Sie betreffen die gesamte Montagefolge, die Zahl und Art der Bauteile sowie die Frage, ob die für den Aufbau eingesetzten Geländer später im Gerüst verbleiben.

Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptprinzipien unterscheiden:

1. Vorlaufender Seitenschutz mit einzelnen oder temporären Montagebauteilen

Bei diesem Prinzip wird der Schutz der nächsten Ebene mit einzelnen Geländern, Montagelängsriegeln, Telegeländern oder Montagehilfen vorbereitet.

Je nach Hersteller bleiben diese Bauteile später als endgültiger Seitenschutz im Gerüst oder werden nach dem Betreten der geschützten Ebene durch andere Geländerelemente ersetzt.

Zu diesem Bereich gehören beispielsweise:

  • Layher Sicherheitsaufbau P2
  • Layher P2 mit Uni Telegeländer
  • Albert-Aufbau mit Montagehilfsrahmen und Montagelängsriegeln

2. Vorlaufender Seitenschutz mit integrierter Geländereinheit

Bei diesem Prinzip übernimmt eine zusammenhängende Geländereinheit mehrere Funktionen. Sie wird von der darunterliegenden Ebene aus montiert und bleibt anschließend als Seitenschutz im fertigen Gerüst.

Zu diesem Bereich gehören beispielsweise:

  • Layher P2 SAFETYPLUS mit Doppelgeländer
  • Albert Gerüste mit teleskopierbaren Geländer
  • Altrex Safe-Quick® GuardRail
  • Panther XV® GuardLine

Die Grenzen zwischen den Prinzipien sind nicht immer vollständig trennscharf. Entscheidend ist daher nicht nur die Bauform des Geländers, sondern der gesamte vom Hersteller vorgeschriebene Auf- und Abbauablauf.

Layher Sicherheitsaufbau P2

Beim klassischen Sicherheitsaufbau P2 wird die nächste Gerüstebene von darunter vorbereitet. Nach Layher-Angaben ist diese Aufbauart bereits seit 2009 verfügbar und erfüllt die Anforderungen der DIN EN 1004.

Das Grundprinzip besteht darin, Beläge und Seitenschutz so anzuordnen, dass die jeweils oberste Plattform erst betreten wird, nachdem der notwendige Geländer- und Zwischenseitenschutz vorhanden ist.

Der klassische P2-Aufbau ist damit das Grundkonzept, aus dem Layher weitere Varianten entwickelt hat.

Charakter des Layher Systems

  • bewährte Layher-Aufbaulogik,
  • Seitenschutz vor Betreten der obersten Plattform,
  • mehrere einzelne Montageschritte,
  • abhängig von der jeweiligen Gerüstserie und Konfiguration.

Layher P2 SAFETYPLUS mit Doppelgeländer

Beim Sicherheitsaufbau P2 SAFETYPLUS verwendet Layher ein Doppelgeländer als vorlaufenden, integrierten Seitenschutz.

Das Doppelgeländer wird von der darunterliegenden Ebene aus montiert und bleibt anschließend im Gerüst. Layher hebt hervor, dass die Konstruktion ein Umgehen der vorgesehenen Sicherheitsfolge verhindern soll. Das bedeutet: Die Systemlogik ist so ausgelegt, dass die vollständige Geländereinheit Bestandteil des regulären Aufbaus ist.

Charakter des Systems

  • integriertes Doppelgeländer,
  • vorlaufende Montage,
  • endgültiger Seitenschutz und Aufbaugeländer sind dasselbe Bauteil,
  • kein späterer Austausch gegen andere Geländer erforderlich,
  • Montagefolge wird konstruktiv deutlich vorgegeben.

Die Formulierung „kein Umgehen möglich“ stammt aus der Layher-Herstellerkommunikation. Auf einer neutralen Beratungsseite sollte vorsichtiger formuliert werden:

Das SAFETYPLUS-System erschwert einen von der vorgesehenen Geländermontage abweichenden Aufbau konstruktiv.

Auch bei diesem System bleiben Bedienung, Vollständigkeit der Bauteile und Aufbau- und Verwendungsanleitung maßgeblich.

Layher P2 mit Uni Telegeländer

Das Uni Telegeländer ist eine weiterentwickelte Variante des Layher-Sicherheitsaufbaus P2.

Nach Herstellerangaben werden mit dem Telegeländer beide erforderlichen Geländerholme in einem Arbeitsschritt montiert und fixiert. Das Geländer wird von der darunterliegenden Ebene aus in die nächste Gerüstebene eingesetzt, bevor die Plattform betreten wird.

Das Telegeländer ist längenveränderlich und lässt sich dadurch innerhalb der vorgesehenen Systemlogik zwischen den Rahmenelementen montieren.

Charakter des Systems

  • vorlaufende Montage von der tieferen Ebene,
  • zwei Geländerholme werden gemeinsam positioniert,
  • Geländer verbleibt nach Layher-Systemdarstellung als Seitenschutz,
  • weniger einzelne Geländermontageschritte als beim klassischen Einzelaufbau.

Für wen kann das interessant sein?

Das Uni Telegeländer kann besonders für Anwender relevant sein, die ein Layher-System nutzen und den Aufbauablauf mit einer zusammenhängenden, teleskopierbaren Geländerlösung vereinfachen möchten.

Maßgeblich bleibt die konkrete Layher-Serie und deren aktuelle Aufbau- und Verwendungsanleitung.

Altrex Safe-Quick® GuardRail

Beim Safe-Quick® GuardRail von Altrex wird eine vollständige Geländereinheit montiert, bevor die zugehörige Plattform betreten wird.

Altrex beschreibt Safe-Quick® ausdrücklich als ein verbleibendes Geländer. Nach der Montage bildet die Einheit den Seitenschutz der Gerüstebene und muss nicht durch ein anderes Geländer ersetzt werden.

Das GuardRail kombiniert den oberen Geländerbereich mit weiteren Streben- beziehungsweise Verstrebungselementen. Dadurch werden mehrere Funktionen in einer zusammenhängenden Einheit gebündelt.

Charakter des Systems

  • Geländereinheit wird vor dem Betreten montiert,
  • verbleibt im fertigen Gerüst,
  • mehrere Schutz- und Verstrebungsfunktionen in einem Bauteil,
  • kein Austausch temporärer Geländer erforderlich,
  • klare systemseitige Montagefolge.

Für welche Altrex-Systeme?

Safe-Quick® wird nicht pauschal bei jedem Altrex-Gerüst verwendet. Altrex führt eigene Aufbau- und Verwendungsanleitungen unter anderem für:

  • RS TOWER 4 mit Safe-Quick®,
  • RS TOWER 5 mit Safe-Quick®,
  • MiTOWER mit Safe-Quick®.

Welche Geländervariante zu einer bestimmten Gerüstkonfiguration gehört, muss deshalb immer anhand der konkreten Serie geprüft werden.

Albert mit Montagehilfsrahmen und Montagelängsriegeln

Das in den geprüften Albert-Unterlagen dokumentierte Aufbauprinzip unterscheidet sich deutlich von einer dauerhaft verbleibenden Geländereinheit.

Bei den untersuchten Albert-Typen 2800-A, 4800-A und 5800-A wird zunächst ein Montagelängsriegel in die oberste Sprosse des vorhandenen Vertikalrahmens eingehängt. Zusätzlich wird ein Montagehilfsrahmen in den Vertikalrahmen eingesetzt.

Der nächste Vertikalrahmen wird in die Haltevorrichtung des Montagehilfsrahmens eingehängt und steht zunächst leicht schräg. In dieser Position lassen sich die Montagelängsriegel zwischen dem bereits vorhandenen und dem neuen Rahmen verbinden. Anschließend wird der neue Vertikalrahmen vollständig aufgesteckt und gesichert.

Danach werden die Belagbühnen eingesetzt. Auf der fertig vorbereiteten Ebene wird der endgültige doppelte Seitenschutz eingehängt. Erst anschließend werden die für den Aufbau verwendeten Montagelängsriegel entfernt.

Charakter des Systems

  • separater Montagehilfsrahmen,
  • temporäre Montagelängsriegel und Teleskopgeländer
  • nächster Vertikalrahmen wird kontrolliert in Montageposition gehalten,
  • Montagelängsriegel & Teleskopgeländer werden später durch den doppelten Seitenschutz ersetzt,
  • mehrere aufeinanderfolgende Montageschritte,
  • endgültiger Seitenschutz und Montagegeländer sind unterschiedliche Bauteile.

Panther XV® POWER mit GuardLine-Geländer

Beim Panther XV® POWER wird der Sicherheitsaufbau über das Panther XV® GuardLine-Geländer umgesetzt.

Nach der bereitgestellten Systembeschreibung wird die GuardLine-Geländereinheit von der darunterliegenden Ebene aus in den nächsten Gerüstabschnitt eingehängt und in der vorgesehenen Position gesichert. Erst danach wird der Gerüstboden eingesetzt und die nächste Plattform betreten.

Das GuardLine-Geländer verbleibt anschließend im Gerüst und bildet den Seitenschutz der jeweiligen Ebene. Ein Austausch temporärer Einzelgeländer gegen einen späteren doppelten Seitenschutz ist bei diesem Prinzip nicht vorgesehen.

Charakter des Rollgerüst-Systems

  • integrierte Geländereinheit,
  • vorlaufende Montage,
  • bleibt als endgültiger Seitenschutz im Gerüst,
  • Seitenschutz und seitliche Verstrebung werden in einer Systemeinheit verbunden,
  • kein späterer Austausch gegen andere Geländer vorgesehen,
  • klar definierte Montagefolge.

Vergleichstabelle: Sicherheitsaufbau bei Layher, Altrex, Albert Gerüste und Profi Steigsysteme mit PANTHER XV

Hersteller / System Aufbauprinzip Montage vor Betreten der Plattform Bleibt das Geländer im Gerüst? Temporäre Montagebauteile Späterer Geländeraustausch Praktische Systemlogik
Layher Sicherheitsaufbau P2 vorlaufender Seitenschutz in mehreren Montageschritten Ja abhängig von Bauteil und Variante teilweise systemabhängig klassisches P2-Grundprinzip
Layher P2 mit Uni Telegeländer teleskopierbares vorlaufendes Geländer Ja nach Herstellerdarstellung ja keine separate MSG-Einheit erkennbar grundsätzlich nicht vorgesehen beide Geländerholme werden gemeinsam montiert
Layher P2 SAFETYPLUS integriertes Doppelgeländer Ja Ja Nein Nein konstruktiv stark vorgegebene Montagefolge
Altrex mit Safe-Quick® integrierte GuardRail-Geländereinheit Ja Ja Nein Nein Seitenschutz und Verstrebungsfunktion in einer Einheit
Albert Gerüste Typ -A Montagehilfsrahmen plus temporäre Montagelängsriegel Ja Montagelängsriegel: Nein Ja Ja, gegen doppelten Seitenschutz Rahmen wird zunächst schräg gehalten und vorbereitet
Panther XV® GuardLine integrierte GuardLine-Geländereinheit Ja Ja Nein Nein vollständige Geländereinheit wird vorlaufend montiert

Schnelle Orientierung

Auswahlfrage Tendenziell relevantes Prinzip
Möglichst wenige unterschiedliche Montagebauteile integrierte Geländereinheit
Aufbaugeländer soll im Gerüst verbleiben Safe-Quick®, GuardLine, Layher Uni Telegeländer oder SAFETYPLUS , jeweils serienabhängig
Rahmen soll mit einer separaten Montagehilfe kontrolliert positioniert werden Albert-Montagehilfsrahmen
Temporäre Geländer sollen vermieden werden integrierte Geländereinheiten
Bestehendes Layher-System soll nachgerüstet werden anhand der Layher-Nachrüsttabellen prüfen
Aufbau erfolgt sehr häufig Zahl, Größe und Gewicht der Montageschritte konkret vergleichen
Transportfläche ist begrenzt Abmessungen der Geländereinheiten und Zahl der Einzelteile vergleichen
Unsicherheit bei Serie oder Lieferumfang Aufbau- und Verwendungsanleitung und Fachberatung heranziehen

Die Tabelle stellt keine Rangfolge der Sicherheit dar. Bei vollständigem, bestimmungsgemäßem Aufbau müssen alle betrachteten Systeme das vom Hersteller vorgesehene Schutzziel erfüllen. Unterschiede bestehen vor allem im Montagekonzept, in der Zahl der Arbeitsschritte und in der Handhabung.

Welche Lösung ist am einfachsten aufzubauen?

Eine pauschale Antwort wäre unseriös. Aus der reinen Systemlogik ergibt sich jedoch:

Integrierte Geländereinheiten wie Safe-Quick®, GuardLine oder Layher SAFETYPLUS können den Ablauf übersichtlicher machen, weil das vorlaufend montierte Geländer im Gerüst verbleibt. Dadurch entfallen zusätzliche Austauschschritte.

Beim Albert-Prinzip ermöglichen Montagehilfsrahmen und Montagelängsriegel eine kontrollierte Vorbereitung des nächsten Rahmens. Der Ablauf umfasst aber mehr Einzelbauteile und zusätzliche Schritte, weil die Montagelängsriegel später durch den endgültigen doppelten Seitenschutz ersetzt werden.

Das Layher Uni Telegeländer liegt konzeptionell dazwischen: Es verbindet zwei Geländerholme in einer teleskopierbaren Lösung und reduziert damit einzelne Geländermontageschritte.

Für die tatsächliche Handhabung müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Bauteilgewicht,
  • Gerüstbreite und Plattformlänge,
  • Aufbau durch eine oder mehrere Personen,
  • Zahl der Plattformen,
  • Häufigkeit des Auf- und Abbaus,
  • Transport und Lagerung,
  • vorhandene Erfahrung mit dem System,
  • konkrete Aufbau- und Verwendungsanleitung.

Welche Systeme verhindern einen unvollständigen Seitenschutz am deutlichsten?

Integrierte Geländereinheiten geben den Aufbau tendenziell stärker konstruktiv vor als Systeme aus mehreren voneinander unabhängigen Einzelgeländern.

Das gilt besonders, wenn:

  • oberer Geländerholm und Zwischenholm verbunden sind,
  • Verstrebungsfunktionen in die Einheit integriert sind,
  • die Geländereinheit Teil des endgültigen Gerüsts bleibt,
  • die Plattform erst nach dem Einsetzen der Geländereinheit montiert wird.

Eine solche Konstruktion kann das bewusste oder versehentliche Weglassen einzelner Geländerbauteile erschweren.

Sie macht Fehlanwendungen jedoch nicht unmöglich. Auch integrierte Systeme können falsch befestigt, unvollständig verriegelt oder mit ungeeigneten Bauteilen kombiniert werden. Deshalb ist die Formulierung „zu 100 Prozent sicher“ fachlich nicht geeignet.

Norm- und Sicherheitshinweis

Die DIN EN 1004-1:2021 legt Anforderungen an fahrbare Arbeitsbühnen aus vorgefertigten Bauteilen fest. Die DIN EN 1004-2:2022 betrifft die Regeln für die Aufbau- und Verwendungsanleitung und verlangt, dass die beschriebenen Auf- und Abbauverfahren verhindern, dass eine Person auf einer Plattform ohne Geländerholm und Zwischenseitenschutz stehen muss.

Die BG BAU empfiehlt bei fahrbaren Arbeitsbühnen Aufbauvarianten mit technischen Schutzmaßnahmen gegen Absturz. Dazu zählt sie den vorlaufenden systemintegrierten Seitenschutz und alternativ Montagesicherungsgeländer. Bei diesen Lösungen ist der Seitenschutz vorhanden, bevor die nächste Belagebene betreten wird.

Für die praktische Verwendung gelten ausschließlich:

  • die aktuelle Aufbau- und Verwendungsanleitung der konkreten Gerüstserie,
  • die vollständige Stückliste der gewählten Konfiguration,
  • die Herstellerangaben zu Seitenschutz, Plattformen, Diagonalen und Standsicherheit,
  • die Bedingungen am Einsatzort,
  • die erforderliche Unterweisung und Prüfung.

Häufig gestellte Fragen zu Rollgerüsten mit Sicherheitsaufbau

Der Sicherheitsaufbau bezeichnet das Schutzprinzip, den Seitenschutz der nächsthöheren Gerüstebene bereits zu montieren, bevor diese Plattform betreten wird.

Die aufbauende Person soll dadurch nicht auf einer erhöhten Plattform stehen müssen, an der der vorgesehene Geländerholm oder Zwischenseitenschutz noch fehlt.

Der Begriff Sicherheitsaufbau ist ein Oberbegriff. Er bezeichnet weder ein bestimmtes Bauteil noch ein einzelnes Herstellersystem.

Ein Rollgerüst mit Sicherheitsaufbau ist ein Gerüstsystem, dessen vorgesehener Montageablauf einen vorlaufenden Seitenschutz oder eine vergleichbare technische Schutzmaßnahme einbezieht.

Je nach Hersteller wird dieses Prinzip beispielsweise umgesetzt durch:

  • vorlaufende Telegeländer,
  • integrierte Doppelgeländer,
  • vollständige Geländereinheiten,
  • Montagehilfsrahmen mit temporären Montagelängsriegeln,
  • Montagesicherungsgeländer.

Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern dass die nächste Plattform entsprechend der Aufbau- und Verwendungsanleitung erst betreten wird, wenn der dafür vorgesehene Seitenschutz vorhanden ist.

Nein.

Der Seitenschutz ist die bauliche Sicherung der Gerüstplattform. Dazu gehören je nach System der Geländerholm, der Zwischenseitenschutz, Bordbretter oder entsprechende herstellerspezifische Bauteile.

Der Sicherheitsaufbau beschreibt dagegen die Reihenfolge, in der dieser Seitenschutz während der Montage hergestellt wird.

Kurz zusammengefasst:

Der Seitenschutz ist die Schutzeinrichtung. Der Sicherheitsaufbau ist das Montageprinzip, durch das diese Schutzeinrichtung rechtzeitig vorhanden ist.

Während des Aufbaus befindet sich das Rollgerüst noch nicht in seinem vollständigen Nutzungszustand. Rahmen, Geländer, Diagonalen und Gerüstböden müssen erst eingesetzt werden.

Dabei hebt, dreht oder positioniert die aufbauende Person teilweise größere Bauteile und benötigt dafür häufig beide Hände. Fehlt zu diesem Zeitpunkt der Seitenschutz, können eine ungünstige Körperbewegung, ein Fehltritt oder der Verlust des Gleichgewichts zu einem Absturz führen.

Der Sicherheitsaufbau reduziert diese Gefährdung, indem der Schutz der nächsten Ebene möglichst früh in die Montagefolge integriert wird.

Vorlaufender Seitenschutz bedeutet, dass die Geländer der nächsthöheren Gerüstebene von einer darunterliegenden oder bereits geschützten Position aus montiert werden.

Die betreffende Plattform wird erst anschließend betreten.

Die BG BAU beschreibt systemintegrierten vorlaufenden Seitenschutz als technische Maßnahme zur Verringerung der Absturzgefahr beim Auf-, Um- und Abbau. Ein solcher Seitenschutz wird vorlaufend eingesetzt und verbleibt anschließend im Gerüst.

Bei einem systemintegrierten vorlaufenden Seitenschutz ist das während des Aufbaus verwendete Geländer ein konstruktiver Bestandteil des Gerüstsystems.

Es wird vor dem Betreten der nächsten Plattform montiert und verbleibt danach als Seitenschutz im aufgebauten Gerüst.

Typische Merkmale sind:

  • Geländerholm und Zwischenseitenschutz in einer Einheit,
  • zusätzliche Verstrebungsfunktionen,
  • Montage von der darunterliegenden Ebene,
  • kein späterer Austausch gegen andere Seitenschutzbauteile.

Beispiele sind – abhängig von Gerüstserie und Ausführung – Albert Gerüste mit Montageriegel und telespobieren Geländern,  Altrex Safe-Quick®, Layher P2 Telegeländer und SAFETY PLUS und Panther XV® GuardLine.

Ein Montagesicherungsgeländer ist eine temporäre Schutzeinrichtung für den Auf- oder Abbau.

Es wird von einer tieferen beziehungsweise geschützten Ebene aus montiert und stellt den Seitenschutz her, bevor die nächste Plattform betreten wird.

Im Unterschied zu einem systemintegrierten Geländer verbleibt ein Montagesicherungsgeländer nicht zwingend im fertigen Gerüst. Je nach System wird es:

  • auf die nächste Ebene versetzt,
  • nach Abschluss der Montage entfernt,
  • oder durch den endgültigen Seitenschutz ersetzt.

Ein Telegeländer ist ein in seiner Länge veränderbares Geländerbauteil.

Es kann zunächst in einer verkürzten Position eingesetzt und anschließend auf die vorgesehene Systemlänge gebracht werden. Dadurch lässt sich der Seitenschutz der nächsthöheren Gerüstebene von unten montieren.

Ob ein Telegeländer dauerhaft im Gerüst verbleibt oder nur während der Montage verwendet wird, hängt vom jeweiligen Hersteller und der konkreten Gerüstserie ab.


Die zentrale Produktnorm für fahrbare Arbeitsbühnen ist die DIN EN 1004-1:2021-02. Sie behandelt unter anderem Werkstoffe, Maße, Lastannahmen sowie Sicherheits- und Leistungsanforderungen.

Ergänzend existiert die DIN EN 1004-2:2022-03. Sie enthält Regeln für die Erstellung der Aufbau- und Verwendungsanleitung. Sie ist daher vor allem für Hersteller und Verfasser der Anleitung relevant und keine eigenständige Produktnorm für ein bestimmtes Sicherheitsgeländer.

Für den Anwender ist entscheidend:

Der Auf-, Um- und Abbau muss entsprechend der aktuellen Aufbau- und Verwendungsanleitung des konkreten Rollgerüstsystems erfolgen.

Die jeweilige Anleitung legt fest, welche Geländer, Montagehilfen, Plattformen, Ausleger und weiteren Systembauteile in welcher Reihenfolge einzusetzen sind.

DIN EN 1004-2 sollte auf einer Endkundenseite deshalb nur ergänzend erklärt werden. Die zentrale Orientierung bleiben DIN EN 1004-1 und die konkrete Herstelleranleitung.

Die zentrale Produktnorm für fahrbare Arbeitsbühnen ist die DIN EN 1004-1:2021-02. Sie behandelt unter anderem Werkstoffe, Maße, Lastannahmen sowie Sicherheits- und Leistungsanforderungen.

Ergänzend existiert die DIN EN 1004-2:2022-03. Sie enthält Regeln für die Erstellung der Aufbau- und Verwendungsanleitung. Sie ist daher vor allem für Hersteller und Verfasser der Anleitung relevant und keine eigenständige Produktnorm für ein bestimmtes Sicherheitsgeländer.

Für den Anwender ist entscheidend:

Der Auf-, Um- und Abbau muss entsprechend der aktuellen Aufbau- und Verwendungsanleitung des konkreten Rollgerüstsystems erfolgen.

Die jeweilige Anleitung legt fest, welche Geländer, Montagehilfen, Plattformen, Ausleger und weiteren Systembauteile in welcher Reihenfolge einzusetzen sind.

DIN EN 1004-2 sollte auf einer Endkundenseite deshalb nur ergänzend erklärt werden. Die zentrale Orientierung bleiben DIN EN 1004-1 und die konkrete Herstelleranleitung.

Der Begriff Sicherheitsaufbau bezeichnet kein einzelnes gesetzlichvorgeschriebenes Geländermodell. Hersteller können das sichere Montageprinzip technisch unterschiedlich umsetzen, beispielsweise durch Telegeländer, integrierte Geländereinheiten wie SafeQuick, Montagesicherungsgeländer oder Montagehilfsrahmen.

Entscheidend ist, dass die fahrbare Arbeitsbühne entsprechend ihrer vorgesehenen sicheren Montagefolge und der aktuellen Aufbau- und Verwendungsanleitung aufgebaut wird.

Bei einer gewerblichen Verwendung sind zusätzlich die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung zu beachten. Dazu gehören insbesondere:

  • die Beurteilung der Gefährdungen,
  • die Auswahl eines geeigneten Arbeitsmittels,
  • die Unterweisung der Beschäftigten,
  • der Aufbau durch geeignete Personen,
  • die Prüfung nach der Montage und vor der Verwendung.

Die BG BAU weist darauf hin, dass die TRBS 2121-1 und die DGUV Information 201-011 nicht unmittelbar für fahrbare Arbeitsbühnen nach DIN EN 1004 gelten. Diese Regelwerke behandeln Gerüste im dort definierten Anwendungsbereich, während fahrbare Arbeitsbühnen als vollständige Bausatzprodukte entsprechend ihrer Gebrauchsanleitung montiert werden müssen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass für fahrbare Arbeitsbühnen keine Arbeitsschutzanforderungen gelten. Maßgeblich bleiben die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefährdungsbeurteilung, die Herstelleranleitung und die Prüfung des konkreten Arbeitsmittels.

Eine fachlich belastbare Aussage lautet daher:

Ein bestimmtes Sicherheitsgeländersystem ist nicht pauschal für jedes Rollgerüst gesetzlich vorgeschrieben. Vorgeschrieben beziehungsweise erforderlich ist jedoch die sichere und vollständige Montage entsprechend der vorgesehenen Gerüstkonfiguration, der Herstelleranleitung und den für den Einsatz geltenden Arbeitsschutzanforderungen.

Die BG BAU hebt technische Maßnahmen hervor, bei denen der Seitenschutz bereits während des Aufbaus vorhanden ist.

Dazu gehören insbesondere systemintegrierte vorlaufende Seitenschutzlösungen sowie – je nach Gerüstsystem – Montagesicherungsgeländer.

Für Aufbau, Nutzung und Prüfung bleibt die konkrete Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers maßgeblich.

Nein.

Ein Sicherheitsaufbau reduziert insbesondere das Risiko, während der Montage auf einer Plattform ohne vollständigen Seitenschutz zu stehen. Er beseitigt jedoch nicht sämtliche Gefährdungen.

Weitere Risiken können entstehen durch:

  • ungeeigneten oder nicht tragfähigen Untergrund,
  • fehlende Ausleger, Fahrbalken oder Ballastierungen,
  • nicht verriegelte Bauteile,
  • beschädigte Systemteile,
  • falsche Plattformpositionen,
  • Wind oder andere Umgebungsbedingungen,
  • Abweichungen von der Aufbau- und Verwendungsanleitung.

Die Aussage „zu 100 Prozent sicher“ sollte deshalb nicht verwendet werden.

Nein, wenn diese Bauteile zur vorgesehenen Gerüstkonfiguration gehören.

Eine fahrbare Arbeitsbühne ist ein Bausatzsystem. Die dafür vorgesehenen Bauteile müssen entsprechend der jeweiligen Aufbau- und Verwendungsanleitung eingesetzt werden.

Systemteile dürfen nicht allein nach persönlicher Einschätzung weggelassen, ersetzt oder herstellerübergreifend kombiniert werden. Die BG BAU betont, dass die zum Bausatz gehörenden Teile entsprechend der Gebrauchsanleitung verbaut werden müssen.

Die Herstellerlösungen lassen sich grundsätzlich zwei Hauptgruppen zuordnen:

1. Temporäre oder einzelne vorlaufende Montagebauteile

Hierzu gehören beispielsweise:

  • Montagesicherungsgeländer,
  • Montagehilfsrahmen,
  • Montagelängsriegel,
  • einzelne oder teleskopierbare Geländer.

Dazu gehören unter anderem:

  • Albert Gerüste mit Montageriegel und teleskopierbaren Geländer

Diese Bauteile können später im Gerüst verbleiben, weiter nach oben versetzt oder durch endgültige Seitenschutzbauteile ersetzt werden.

2. Integrierte und verbleibende Geländereinheiten

Hier werden mehrere Schutz- oder Verstrebungsfunktionen in einem Bauteil verbunden.

Die Geländereinheit wird vor dem Betreten der Plattform eingesetzt und bleibt danach als Bestandteil des Gerüsts erhalten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Altrex Safe-Quick® GuardRail,
  • Layher P2 SAFETYPLUS,
  • Panther XV® GuardLine.

Ein allgemein bestes System gibt es nicht.

Die geeignete Lösung hängt unter anderem davon ab:

  • wie häufig das Gerüst aufgebaut wird,
  • wie viele Personen den Aufbau durchführen,
  • welche Bauteilgewichte gut gehandhabt werden können,
  • wie viel Transport- und Lagerraum vorhanden ist,
  • ob temporäre Montagebauteile erwünscht sind,
  • ob das Aufbaugeländer im Gerüst verbleiben soll,
  • welche Plattformlänge und Gerüstbreite benötigt werden,
  • welche Ersatzteile langfristig verfügbar sind.

Fachlich sinnvoll ist deshalb ein Vergleich des vollständigen Gerüstsystems und nicht nur des Geländers.

Integrierte Geländereinheiten können den Ablauf übersichtlicher gestalten, weil mehrere Seitenschutzfunktionen in einem Bauteil verbunden sind und das Geländer anschließend im Gerüst verbleibt.

Systeme mit temporären Montagehilfen können dagegen mehr einzelne Montageschritte erfordern, bieten aber eine andere Form der kontrollierten Rahmenmontage.

Ob ein Aufbau tatsächlich einfacher ist, hängt zusätzlich von Gewicht, Bauteilgröße, Plattformpositionen, Gerüsthöhe und Erfahrung der aufbauenden Person ab.

Bei manchen Systemen bietet der Hersteller Nachrüstlösungen oder alternative Geländerbauteile an. Bei anderen Gerüsten ist eine Umrüstung technisch nicht vorgesehen oder nur für bestimmte Baujahre und Serien möglich.

Vor einer Nachrüstung müssen mindestens geprüft werden:

  • Hersteller und genaue Gerüstserie,
  • Baujahr beziehungsweise Bauteilgeneration,
  • Plattformlänge und Gerüstbreite,
  • vorhandene Rahmen und Verbindungen,
  • freigegebene Nachrüstbauteile,
  • aktuelle Aufbau- und Verwendungsanleitung.

Systemfremde Geländer dürfen nicht verwendet werden.

Wichtige Auswahlkriterien sind:

  • konkrete Aufbauweise des Seitenschutzes,
  • vollständiger Lieferumfang,
  • benötigte Arbeits- und Plattformhöhe,
  • Gerüstbreite und Plattformlänge,
  • Zahl und Position der Gerüstböden,
  • Gewicht und Größe der Geländerelemente,
  • vorgesehene Zahl der Aufbaupersonen,
  • Transport- und Lagerbedingungen,
  • Ersatzteil- und Erweiterungsmöglichkeiten,
  • aktuelle Aufbau- und Verwendungsanleitung.

Die Aussage „Sicherheitsaufbau vorhanden“ reicht für eine fundierte Kaufentscheidung allein nicht aus.



Unter Rollgerüsten mit Sicherheitsaufbau fassen wir Systeme zusammen, bei denen der Seitenschutz bereits während des Aufbaus aus einer geschützten Position montiert werden kann. Die konkrete Ausführung unterscheidet sich je nach Hersteller und Gerüstsystem.